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      Ausstellungsvorschau 2015-16 (Stand 12-2014)
   
 

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Thierry Boissel, Il n’est pas encore trop tard, 2011, Schmelzfarben auf Glas
Foto: Thierry Boissel

 
Thierry Boissel –
Poesie aus Licht, Glas und Farbe
11. April – 30. August 2015
Eröffnung: Samstag, 11. April 2015, 16 Uhr


Thierry Boissel (geb. 1962 in Saint-Valery en Caux, Frankreich) ist ein Künstler, der sich in unterschiedlichen Medien ausdrückt. Seit seinem Studium bei Ludwig Schaffrath (1986 – 1991) an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart ist vor allem die Glasmalerei in den Mittelpunkt seines Werkes gerückt. Doch hier ist es nicht so sehr die traditionelle Bleiverglasung, die ihn reizt, sondern vielmehr das Experiment und die Arbeit mit dem Einscheibensicherheitsglas (ESG), der Technik des Schmelzverfahrens und der thermischen Verformung. Thierry Boissel leitet seit 1991 die Studien- und Experimentierwerkstatt für Glasmalerei, Licht und Mosaik an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Neben freien Arbeiten, wie zum Beispiel die Installation „Antiphon“ im öffentlichen Raum (2007 – 2010), entstehen zahlreiche architekturgebundene Verglasungen. Hier zeigt sich, wie sensibel der Künstler auf die vorgefundene Raumsituation reagiert. Seine gläserne Trennwand beispielsweise für St. Agatha in Altenhundem/Lennestadt nimmt sich farblich zurück. Aus farblosem Glas konzipiert Boissel einen in sich abgeschlossenen Raum mit einer eigenen Erlebniswelt, der jedoch Teil des großen Kirchenraumes bleibt. Reliefartig in das Glas eingeschmolzene Punkt- und Streifenraster lassen fotorealistische Szenen erscheinen; die zeitgenössischen Figuren sind – je nach Standpunkt des Betrachters und dem jeweiligen, sich stets verändernden Lichteinfall – deutlicher oder undeutlicher wahrnehmbar. Der Betrachter ist einem ständigen Oszillieren zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit ausgesetzt. Das Deutsche Glasmalerei-Museum zeigt das große Probestück „Zeitzeugen“ (2011) aus dieser Arbeit.

Wie ein Kontrast wirkt dagegen die Werkgruppe der abstrakten „Farbgedichte“ (Couleurs de poèmes, 2011). Bei diesen meist freien Arbeiten dominiert vor allem die Farbe, die in unterschiedlicher Intensität von transparent bis deckend in runden Formen auf das Glas aufgetragen wurde. Leuchtende Farbkörper in Gelb, Rot, Orange und Blau scheinen losgelöst vom Bildhintergrund im Raum zu schweben. Hinter der scheinbar beliebigen Anordnung der Farbkleckse verbirgt sich eine Codierung: Jede Farbe ist einem bestimmten Buchstaben zugeordnet. Durch die Anordnung der Farbwerte erschließen sich Sinnzusammenhänge. Das Wort tritt neben die Farbe und vermittelt dem Betrachter in der Verschmelzung zweier sinnlicher Wahrnehmungen einen erweiterten Erlebnisraum.

Für die Ausstellung in Linnich plant Boissel eine weitere Rauminstallation, bei der es unter Einbeziehung von Spiegelungen um die Interaktion von Licht, Wand, Text und Raum geht. Auch hier erschließen sich dem Betrachter – wie in allen Werken Boissels – unendlich viele Möglichkeiten der Wahrnehmung.


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Erich Feld, mutans campi 67, Keramikwand an der Universität Münster,
Foto: Jürgen Berkemeier
 
Nicht vergessen!
Der Nachlass des Glasmalers Erich Feld
10. Oktober 2015 – 28. Februar 2016
Eröffnung: Samstag, 10. Oktober 2015, 16 Uhr


Der Nachlass des Künstlers Erich Feld (geboren 1919 in Köln, gestorben 1990 in Jülich) wurde dem Deutschen Glasmalerei-Museum durch Prof. Ludwig Schaffrath im Jahr 1996 vermittelt. Ludwig Schaffrath erkannte das große künstlerische Potenzial seines Künstlerkollegen, der nach seinem Tod relativ schnell in Vergessenheit geriet. Das Linnicher Glasmalerei-Museum hält 25 Jahre nach dem Todestag von Erich Feld eine Rückschau auf sein Lebenswerk. Die Ausstellung zeigt neben Glasmalereien, Entwürfen, Kartons und Modellen eine aktuelle Fotodokumentation seiner noch existenten, architekturgebundenen Arbeiten.

Erich Feld wird 1919 in Köln geboren. Nach dem Schulbesuch und einer Lehre als Dekorationsmaler bei den Städtischen Bühnen der Stadt Köln (1934 – 1936), studiert er ab 1937 Malerei, zunächst  in Kronenburg/Eifel, der sogenannten Landakademie der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, 1938 wechselt er an die Düsseldorfer Akademie in der Eiskellerstraße. 1942 wird er zum Wehrdienst einberufen, 1945 aus dem Lazarett in Neuenkirchen entlassen.

Nach dem Krieg arbeitet er freiberuflich als Kunstmaler in den unterschiedlichsten Bereichen. Ein Entwurf von 1948 zeigt eine Decken-/Wandmalerei in manieristisch-barocker Trompe-L’oeil-Manier für den Rathaussaal in Lingen/Ems, der sein großes zeichnerisches Talent vor allem in der Darstellung der in starker Verkürzung gezeichneten Figuren offenbart.
Erich Feld beherrscht das umfassende und vielschichtige Aufgabengebiet der Monumentalkünste meisterlich. In den 1950er bis 1970er Jahre arbeitet er in den unterschiedlichsten Medien: Glasmalerei, Wandmalerei, Mosaik und schafft Wandgestaltungen aus Keramik und Stein.

Für zahlreiche Kirchen, Schulen und Amtsgebäude im Rheinland entwirft der Künstler Glasfenster – hierbei sind besonders seine figürlichen Darstellungen in einer typischen 50er Jahre Formensprache reizvoll. Feld ist bemüht, eine moderne, zeitgenössische Bildsprache zu entwickeln. Selten treten Ornament und Figur in der zeichnerischen Komposition so gelungen in einen Dialog wie in seinen Kompositionen.

Seit Anfang der 1960er Jahre gestaltet Erich Feld mehrere Gebäude mit eindrucksvollen Wänden aus Keramik und Steinintarsien aus. Mit Vorliebe experimentiert er mit den unterschiedlichsten Materialien. Besonders herausragend und modern wirkt bis heute die Wandgestaltung „mutans campi 67“ des Instituts für Angewandte Physik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster aus dem Jahr 1967.

     
 
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Anton Wendling, Kopf des Franziskus, 1929
Foto: Stefan Johnen
 

Zu Gast in anderen Museen – Burgenmuseum, Burg Nideggen:
Jakobus, Franziskus und die Mitglieder
der Heiligen Sippe
16. August 2015 – Mai 2016


Die farbigen Glasmalereien des Mittelalters, die die Kirchenräume in magisch-mystische Orte verwandelten, waren gleichzeitig auch die „Biblia Pauperum“, die Bibel der Armen.
Gedacht für diejenigen, die nicht lesen und sich auch keine Bibel leisten konnten. Die in bunten Glasbildern dargestellten biblischen Geschichten vermittelten die Normen und Werte des christlichen Abendlandes. Die Notwendigkeit der erklärenden Darstellungsweise hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. Die Entwicklung der Moderne in der Glasmalerei beispielsweise führte zu Anfang des 20. Jahrhunderts zu eindrucksvollen Interpretationen der Heiligen. Dies belegen u.a. Glasmalereien von Anton Wendling, Hugo Kükelhaus und Alois Stettner.

Eröffnung: Sonntag, 16. August 2015, 12.30 Uhr
Einführung: Christine Haße M.A.
Burgenmuseum, Burg Nideggen, 52358 Nideggen


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© Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich 2015