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      Ausstellungsvorschau 2013-14 (Stand 1-2014)
   
 
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Heinrich Campendonk,
Heilung des Blinden, 1941/2009, Hein Derix Kevelaer
Foto: Stefan Johnen
 
Kristalline Welten - Die Glasgemälde Heinrich Campendonks
5. April - 28. September 2014

Eröffnung: Samstag, 5. April 2014, 16 Uhr

Der Maler Heinrich Campendonk (1889 Krefeld – 1957 Amsterdam) gehört zu den Künstlern des Rheinischen Expressionismus und ist vor allem als Mitglied des Blauen Reiters bekannt geworden. Dass Heinrich Campendonk auch ein versierter Glasmaler war, ist weniger bekannt. Durch sein Studium an der Krefelder Kunstgewerbeschule (1905-09) als Schüler von Johan Thorn Prikker, dem Pionier der modernen Glasmalerei im 20. Jahrhundert im Rheinland, hat er erste Berührungspunkte mit den Monumentalkünsten wie der Wandmalerei, dem Glasmosaik und der Glasmalerei.

Bei den ersten Glasgemälden Campendonks handelt es sich nicht um großformatige Bleiverglasungen, sondern um kleine, intime Hinterglasgemälde, die er in Süddeutschland malt. Auf Einladung der Künstler des Blauen Reiters übersiedelt Campendonk 1911 nach Sindelsdorf, wo die Künstler diese alte Volkskunst für sich entdeckt haben. Die Technik dieser auf Nahsicht gemalten gläsernen Preziosen wird Campendonk zeitlebens beibehalten.

Nach seiner Rückkehr ins Rheinland 1923 wendet sich Campendonk jetzt der Angewandten Kunst zu – 1926 entsteht die Bleiverglasung Kreuzigung für das Augustinerkloster in Marienthal. Die stark vereinfachte, kraftvolle Zeichnung - kombiniert mit der leuchtenden Brillanz der mundgeblasenen farbigen Echtantikgläser - führt zu der Faszination dieses Werkes. Im gleichen Jahr übernimmt er eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie (1926-34). In einem virtuosen Spiel mit Farben und Form realisiert Campendonk in seiner Düsseldorfer Zeit eine große Bandbreite von geometrisch-abstrakten Ornamentfenstern, Symbolfenstern und eindrücklichen Figurenfenstern für bedeutende historische Kirchen wie z. B. das Bonner Münster (1930/31), als auch für Kirchen bedeutender zeitgenössischer Baumeister wie z. B. Maria Grün in Hamburg-Blankenese (1930) aus der Hand von Clemens Holzmeister.
1934 seines Amtes durch die Nationalsozialisten enthoben, emigriert Campendonk über Belgien in die Niederlande. In Amsterdam nimmt er 1935 erneut eine Professur an. Hier entstehen in der Folgezeit vor allem monumentale Verglasungen für Profanbauten, wie für die Bank von Indonesien oder für die Elektrizitätsgesellschaft ANIEM. Stilisierte Tier- und Pflanzenmotive in zarten Grisaille- und Pastelltönen kennzeichnen diese neue Phase.

Der Kontakt zu den deutschen Auftraggebern und Werkstätten reißt auch während des Zweiten Weltkrieges nicht ab. Aus dem niederländischen Exil heraus entwirft er für die Kölner St. Kolumba-Kirche 1941-44 eine Gesamtverglasung für die Ostwand mit fünf großformatigen Verglasungen. Durch einen glücklichen Umstand fand sich im künstlerischen Nachlass von Heinrich Campendonk auch ein bisher unveröffentlichter Briefwechsel, der das jahrelange, zähe Ringen um dieses nie realisierte Gesamtkunstwerk belegt. Die Linnicher Ausstellung präsentiert erstmals die beiden während des Krieges ausgeführten monumentalen Fenster zusammen mit den Originalkartons der übrigen Fenster und einem weiteren posthum ausgeführten Fenster.

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Ausstellung und Publikation wurden großzügig unterstützt durch

LVR


Landschaftsverband Rheinland (LVR)
Kultur- und Naturstiftung der Kreissparkasse Düren
Förderverein DGML

   
     
Vom Historismus in die Moderne –
Fritz Geiges: Künstler - Kopist - Restaurator
22. November 2014 - 22. Februar 2015
Eröffnung: Samstag, 22. November 2014, 16 Uhr


Der Freiburger Glasmaler Fritz Geiges (1853-1935) zählt zu den außergewöhnlichsten Künstlerpersönlichkeiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Geprägt durch den Historismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dessen Wertschätzung für das Mittelalter widmet sich Fritz Geiges nach seinem Kunststudium vor allem der Glasmalerei. Intensive Studien über die Entwicklung und Technik der Glasmalerei und die Leitung einer Werkstatt führen zu hoher Sachkompetenz und Ansehen. Zu seinen spektakulärsten Aufträgen zählt die Gestaltung der 27 Fenster und Mosaiken für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin 1895; zahlreiche weitere Aufträge durch das deutsche Kaiserhaus folgen.

Neben seiner entwerfenden und ausführenden Tätigkeit war er vor allem ein gefragter Restaurator. Mit großer Stilsicherheit restaurierte Geiges Glasmalereien des 13. - 16. Jahrhunderts in bedeutenden Kirchen, u. a. im Freiburger Münster und den Dombauten in Eichstätt und Metz. Während der Restaurierungen fertigte er zahlreiche Kopien von Fenstern an und so entstand eine ansehnliche Sammlung, die die Entwicklungsgeschichte der Glasmalerei vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert eindrucksvoll repräsentiert.
Nach der Jahrhundertwende befreit sich der Künstler vom rückwärtsgewandten Stil des Historismus und gelangt zu einer modernen, durch Jugendstil und Symbolismus beeinflussten, Bildauffassung.

1998 wurde die Sammlung Fritz Geiges mit 112 Werken als Schenkung dem Deutschen Glasmalerei-Museum übereignet. Erstmals würdigt eine Ausstellung den Künstler, Kopisten und Restaurator umfassend und zeichnet seinen Weg vom Historismus in die Moderne nach.

   
     
Klaus Michael Dross – Gläserne Materie und Kosmos
22. November 2014 - 22. Februar 2015
Eröffnung: Samstag, 22. November 2014, 16 Uhr


Anlässlich des 80. Geburtstages von Klaus Michael Dross zeigt das DGML eine Kabinett-Ausstellung mit ausgewählten Glas-Objekten des Korschenbroicher Künstlers. Seine Liebe zum Glas entdeckte Dross in jungen Jahren durch den intensiven Kontakt mit dem Glasmaler Gustav Fünders, der als Professor an der Werkkunstschule in Krefeld lehrte.

Die Arbeit von Dross ist durch das Experiment geprägt: mal entstehen außergewöhnliche Glasmalereien, bei der die Zeichnung durch ein Liniennetz von geborstenem Sekuritglas gebildet wird, wie bei Panta Rhei oder der Künstler verformt Glasstangen und -rohre vor dem Lötkolben und fügt sie dann zu strengen, seriell und symmetrisch aufgebauten Kompositionen zusammen. Um die Materialeigenschaften des Glases mit Spiegelung und Transparenz weiter auszureizen, bindet er bei seinen Skulpturen oftmals das Moment der Bewegung mit ein.

     
 
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Helmut Kaldenhoff, „Frau mit Rose“, Stiftung DGML
Foto: Stefan Johnen
 

Zu Gast in anderen Museen – Burgenmuseum, Burg Nideggen:
Einflussreiche Lehrer – starke Schüler

Der niederländische Künstler Johan Thorn Prikker (1886-1932) reformierte die Glasmalerei zu Anfang des 20. Jahrhunderts durch sein Wirken und Lehren im Rheinland. In der nächsten Künstlergeneration griff Wilhelm Teuwen (1908 -1967) die stilistische Tradition Thorn Prikkers auf und entwickelte sie weiter. Als Professor an der Kölner Werkschule beeinflusste er eine Vielzahl von Schülern und Weggefährten.
Diese Künstlergeneration, zu der u.a. Helmut Kaldenhoff und Ernst Küppers gehören, möchten wir Ihnen in der Ausstellung vorstellen. Mit ausgewählten Werken nehmen wir Sie mit auf eine Reise in die 1960er/70er Jahre.

Eröffnung: Sonntag, ab 31. August 2014, 12 Uhr
Einführung: Christine Haße M.A.
Burgenmuseum, Burg Nideggen, 52358 Nideggen


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© Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich 2014